EsPresto.org
Meine alte These ist ja, dass Websites Nutzer und Nutz-orientiert zu bauen, die beste Suchmaschinenoptimierung ist. Mit anderen Worten, wenn eine Website es schafft Benutzer anzuziehen, weil sie interessant und nützlich ist oder Informationen aggregiert und kuratiert die man vielleicht auch anderswo findet, aber eben nicht so zielgruppenorientiert oder kompetent und konzentriert wie Anderswo — dann ist diese Website mit ziemlicher hoher Wahrscheinlichkeit auch für Suchmaschinen interessant. Zumindest wenn man die Website technisch einwandfrei gestaltet hat und beispielsweise auf Flash-only Gestaltung verzichtet und für eine gute Zugänglichkeit sorgt.
So schreibt Eric Horster im Usability Blog:
Unternehmen können also nicht mehr darauf bauen, dass sie durch hohe Investitionen im SEO Einfluss auf ihr Suchmaschinenranking nehmen können. Vielmehr muss es ihnen gelingen, direkt in Kontakt mit ihren Kunden zu treten, um die Marke dort präsent zu machen. Unternehmen brauchen Themen, über die sie sich am Markt positionieren können, damit man mit und über sie diskutieren kann.
Mit anderen Worten: Interessanz ist Suchmaschinenoptimierung. Je besser die Website, oder genauer, die Themen, die Inhalte der Website für die Benutzer ist, desto mehr reden die Benutzer darüber — und das messen Suchmaschinen (also Google). Eigentlich funktioniert Google im Prinzip ja immer schon in dieser Weise. Nur durch „Social Media“, also die Ausdrucksmöglichkeiten die jeder einzelne mit ein paar Klicks im Internet zur Verfügung hat, verschärft sich dieses Prinzip. So wird aus Interessanz nicht nur Suchmaschinenoptimierung, sondern gleichzeit auch Relevanz.
Und: durch Social Media wächst die Anzahl der Kanäle auf denen man präsent sein sollte. Auch hier greift wieder das Thema Zugänglichkeit, nur dass es mittlerweile nicht mehr ausreicht die eigene Website (technisch) optimal zu gestalten (und zugänglich zu machen), sondern dass man eben auch auf Drittseiten präsent sein sollte.
Es lohnt sich auf jeden Fall diesen Artikel von Sven Dietrich zu lesen, der das Thema noch von weiteren Seite ausleuchtet und über den ich auch auf den Eintrag im Usability Blog gestossen bin. Zwei klare Leseempfehlungen.
21:51 30.03.2011 | Permalink | Felix Schwenzel | Allgemeines | Kommentare[2] | Tags: suchmaschinen search twitter social schwenzel seo facebook google
Vergessen Sie Suchmaschinenoptimierung — Optimieren Sie Ihre Website
Haben sie schonmal nach dem Wort „Suchmaschinenoptimierung“ (oder SEO) gesucht?
Das Ergebnis ist erstaunlich: nicht Suchmaschinenoptimierer, deren Hauptqualifikation darin liegt bei Google bei bestimmten Suchbegriffen ganz vorne zu liegen, steht an erster Stelle, sondern ein Artikel in der Wikipedia.
Das ist ein Hinweis darauf, dass meine These, die die Überschrift bereits andeutet, richtig sein könnte. Die These lautet:
Google Gute Suchmaschinen versuchen für den Benutzer relevante und interessante Ergebnisse zuerst anzuzeigen und nicht optimierte Webseiten.
SEO vs. Suchmaschinen
Es gibt seit 1996, seitdem die ersten Suchmaschinen aufkamen, einen Wettbewerb zwischen der Suchmaschinenbetreibern und der Suchmaschinenoptimierern. Die Suchmaschinen kämpfen seitdem um das Vertrauen der Benutzer die besten, relevantesten Suchergebnisse anzuzeigen und die Suchmaschinenoptimierer kämpften darum, ihre Seiten möglichst weit oben in den Suchergebnissen zu platzieren.
Eigentlich ein legitimer Wettbewerb, doch leider — und hier fängt das Problem an — ist Relevanz Ansichtssache. Webseitenbetreiber finden ihre eigene Webseite maximal relevant. Die Internetbenutzer sehen das anders.
Wir sind auch alle Suchmaschinenbenutzer, deshalb sind uns aus der Benutzerperspektive diese Forderungen selbstverständlich. Wir möchten nicht auf eine Webseite geleitet werden, die schlecht bedienbar ist, die uns nicht das bietet was wir suchen, die technische Anforderungen an unsere technische Ausstattung stellt, die wir nicht erfüllen können.
Googles Erfolg basiert darauf, dass Google unsere Vorlieben und unsere Bedürfnisse zu kennen scheint. Suchmaschinen waren nicht immer so.
1996: Altavista
1996 kam eine der ersten Suchmaschinen auf den Markt: Altavista. Altavista wurde damals sofort ein Erfolg. Es erfasste grosse Teile des damals bekannten Internet und lieferte schnelle und relevante Ergebnisse. Altavista hatte jedoch ein paar Schwächen, die von Suchmaschinenoptimierern schnell ausgenutzt wurden und die Suchergebnisse verfälschte.
So verliess sich Altavista auf das „Meta-Keyword“-Kennzeichen im HTML-Quellcode und die Häufigkeit von Keywords in den Webseiten-Texten. Das führte dazu, dass Webseitenbetreiber ihre Seiten mit den Stichworten zustopften, mit denen sie gefunden werden wollten. Ausserdem verkaufte Altavista Suchergebnisse, so dass nicht unbedingt die relevantesten Ergebnisse oben auftauchten, sondern, die für die am besten bezahlt wurde. Altavista verlor Vertrauen der Benutzer und hatte Probleme mit der Relevanz der Suchergebnisse.
1999: Google
Als 1999 Google auf den Markt kam, wurde es aus zwei Gründen schnell zum Marktführer:
- Der Pagerank, eine Zauberformel die relevante Ergebnisse zuerst anzeigte
- Die Neutralität der Suchergebnisse, denn Google verkaufte keine Suchergebnisse (Adwords wurde erst im Oktober 2000, Adsense im Juni 2003 eingeführt)
- Die Größe des Index und die Schnelligkeit der Antworten
Google ist bis heute Marktführer, da Google die drei oben genannten Punkte kontinuierlich verbessert.
Das wichtigste Kapital von Google ist das Vertrauen der Benutzer in die Qualität der Suchergebnisse. Folglich ist die Erhaltung der Qualität der Suchergebnisse ist auch der Grund, warum Google allergisch auf Manipulation reagiert.
Google-Regel Nummer eins
Was dem Benutzer gefällt, landet weiter oben.
Das heisst, wenn eine Website interessante Inhalte bietet, gut zugänglich und benutzerfreundlich ist, ist sie bereits zu 50% suchmaschinenoptimiert.
Google-Regel Nummer zwei
Wer oben landen will, kann Werbung kaufen.
Wer kurzfristig (oder langfristig) die Aufmerksamkeit auf seine Seite lenken will, kauft Werbung. Die Aufmerksamkeit kann man nutzen, um die Besucher zu beobachten und die Webseite weiter optimieren,
Google-Regel Nummer drei
Wer manipuliert, wird abgestraft
Manipulationen und Suchmaschinen-Optimierungstricks helfen ihnen kurzfristig vielleicht nach oben zu kommen, langfristig ist es jedoch kontraproduktiv.
Google optimiert sich also ständig weiter um den menschlichen Vorlieben entgegen zu kommen.
Attraktivierung und Optimierung
Bleiben zwei Fragen:
- Wie gestalte ich eine Website, dass sie für Benutzer attraktiv wird?
- Welche technischen Maßnahmen kann ich flankierend einsetzen?
Die technischen Maßnahmen habe ich am Ende als Checkliste zusammengestellt und für die konzeptionelle und inhaltliche Gestaltung einer optimierten Website möchte ich eine Analogie hinzuziehen: Ikea
Ikea erfüllt die wichtigsten Anforderungen, die man auch an Webseiten stellen kann:
- Zugänglichkeit (accessessibility)
- Benutzerfreundlichkeit (usability)
- Attraktive Inhalte (interestingness)
Zugänglichkeit
Ikea ist mit dem Auto (fast) immer gut zu erreichen. Selbst die Bushaltestellen zeigen den Weg zu Ikea.
Für eine gute Website gilt das gleiche. Sie sollte mit allen Browsern und Geräten gut erreichbar sein und funktionieren, mit gängigen Browsern, ebenso wie mit mobilen Geräten.
Benutzerfreundlichkeit
Alle Ikeas sind weltweit gleich oder ähnlich aufgebaut. Die Kunden finden sich auf Anhieb zurecht, die Struktur, der Aufbau des Ladens ist leicht verständlich, es gibt gute Leitsysteme und für Leute die sich auskennen auch Abkürzungen.
Für Webseiten bedeutet das, dass sie den Gewohnheiten der Benutzer entgegenkommen sollten und leicht verständlich und bedienungsfreundlich sein sollten:
- Keine experimentellen Navigationssysteme, an etablierte Webstandards halten
- Klare Struktur, auf bewährte Bedienungskonzepte vertrauen. Je vertrauter die Bedienung ist, desto wohler fühlt sich der Benutzer
- Der Besucher möchte geführt werden, alle Vorgänge sollte möglichst selbsterklärend sein. Wiederkehrende Benutzer können Abkürzungen nehmen und zum Beispiel auf zuvor gespeicherte Eingaben zurückgreifen
- Eine übersichtliche Sitemap sollte nicht fehlen, weder für die Besucher, noch für die Suchmaschinen.
Attraktive Inhalte
Ikea bietet attraktive Produkte zu moderaten Preisen. Einkauf und Bezahlung, aber auch Serviceleistungen wie Rückgaben oder Lieferung sind unkompliziert und transparent. Ikea tut alles, damit ein Besuch bei Ikea so angenehm wie möglich ist, bietet einiges kostenlos an und schneidet alle Dienstleistungen auf die Zielgruppe zu (Kinderstühle, Babyessen, kostenlose „Refills“).
Eine Webseite die attraktive Inhalte bietet wird viel besucht und verlinkt. Günstige Angebote, nützliche Dienste, interessante Texte oder Bilder laden zum Besuch und zur Weiterempfehlung ein. Ein begleitendes Webblog, das die Inhalte erklärt oder thematisch relevante Neuigkeiten aufbereitet, kann die Glaubwürdigkeit unterstützen und Besucherströme auf die eigentliche Website lenken. Kostenlose Angebote könnten regelmässig Besucher anziehen oder Kompetenz demonstrieren.
Beispiele für attraktive Inhalte
- Ikea Küchenplaner
- Brutto-Netto Rechner
- Boch Wasserwaage (Ein gutes Beispiel wie man es gut machen kann, nämlich einen attraktiven Inhalt zu bieten, der hundertfach Backlinks einbringt, dann aber auch ein negativ-Beispiel: die alte Downloadadresse funktioniert nicht mehr und der Rechner selbst funktioniert auf neuen Apple-Rechnern nicht mehr.)
- chefkoch.de (Egal nach welchen Rezepten man sucht, fast immer ist chefkoch.de auf den vordersten oder ersten Plätzen. Das deutet einerseits darauf hin, dass man bei chefkoch.de technisch alles richtig gemacht hat, aber auch, dass die Seite wirklich attraktiv ist. Sie bietet tausende von Benutzern erstelle Rezepte, ist übersichtlich und recht Benutzerfreundlich.)
Nochmal die drei wichtigsten Punkte
- Zugänglichkeit (accessessibility) -> gut und einfach erreichbar, behindertengerecht, technisch perfekt, mobiles Internet
- Benutzer- und bedienungsfreundlichkeit (usability) -> bekannte Bedienelemente, verständlich, klar strukturiert
- Attraktive Inhalte (interestingness) -> günstig, informativ, verständlich
Checkliste Technik
Neben der inhaltlichen und konzeptionellen Optimierung, kann man aber trotzdem auch einiges auf der technischen Ebene optimieren. Hauptsächliches Augenmerk sollte man dabei auf folgende Aspekte legen:
- Dem Google-Bot keine Steine in den Weg legen und optimale Zugänglichkeit bieten. (Damit die Site auch komplett erfasst wird)
- Alle Seiten für die Anzeige in den Suchergebnissen optimieren (damit die Benutzer schon auf der Ergebnisseite sehen, um was es auf der Seite geht)
- Die Texte auf der Site schnell erfassbar, auf den Punkt und typografisch, bzw. semantisch korrekt verfassen (das ist Keywordoptimierung durch die Hintertür)
Einzelpunkte zu 1:
- Navigation funktioniert auch ohne Plugins und Javascript
- Mobile, vereinfachte Site anbieten
- Flash und Javascript sinnvoll einsetzen
- Sitemap für die Orientierung von Menschen und für Bots
- Funktionierende dauerhafte Links zu allen Inhalten („Permalinks“)
Einzelpunkte zu 2:
- Sinnvolle Seitentitel und Kurzbeschreibungen (auf allen Seiten)
- Semantisch und technisch korrekte Auszeichnung (zum Beispiel Überschriften mit h1, h2 auszeichnen)
- Alt-Auszeichnungen für alle Bilder, Noscript-Varianten anbieten
Einzelpunkte zu 3:
- Keywordanalyse, Textoptimierung
- Sprechende URLs, sprechende Bilddateinamen
- Microformate anbieten, RSS, XML
Weitere Optimierungen:
- Auflistung in Portalen, Anmeldung bei DMOZ, Google Branchencenter
- In Blogs und Foren aktiv sein oder selbst anbieten
- Links, Links, Links (aber auf die Nachbarschaft achten)
- Monitoring: Bin ich findbar? Wie? Sind alle meine Seiten erfasst? Wenn nein, warum? Wer linkt?
- Suchfunktion anbieten. Am besten eine die so gut funktioniert, wie die von Google.
- Cool URLs never change. Wenn doch: Weiterleiten!
- Doppelte Inhalte ausschliessen (manche Seiten, beispielsweise Übersichtsseiten, nicht erfassen lassen)
10:39 14.09.2009 | Permalink | Felix Schwenzel | Allgemeines | Kommentare[7] | Tags: google schwenzel wikipedia suchmaschinenoptimierung suchmaschinen seo
Ich wiki search das schnell. Ich kumo das mal?
Bereits August 2004 hat es das Wort "googeln" in die 23. Auflage des Duden geschafft. Diese Anpassung in der deutschen Sprache ist nur einer von vielen Hinweisen auf die Vormachtstellung von Google. November 2007 besitzt Google beinahe 90% der Anteile am Suchmaschinenmarkt
Anfang 2008 ging die neue Suche Wikia Search|http://search.wikia.com/ mit dem ambitionierten Ziel online Google Marktanteile abspenstig zu machen.
10:05 05.03.2009 | Permalink | Patricia Cammarata | Allgemeines | Kommentare[0] | Tags: wiki-search kumo google suchmaschinen cammarata