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Freitag, 06. Januar 2012

Social Media Workshop

Als ich mit dem (privat) Bloggen 2004 begonnen habe, war ich sehr darauf bedacht anonym zu bleiben. Aus der heutigen Sicht ist mir nicht ganz klar, wie ich zu der Annahme kam, dass eine Zuordnung meines Klarnamens zu dem was ich ins Internet schreibe, negative Effekte haben könnte.

Über die Jahre habe ich bezogen auf das Bloggen tatsächlich ausschließlich positive Erfahrungen gesammelt. Außerdem wurde mir nach und nach klar, dass Social Media kein vorrübergehendes Phänomen ist, sondern im Gegenteil - die einzelnen Social Media Plattformen in Zukunft auch für Unternehmen und dadurch eben im Beruflichen eine immer größere Rolle spielen werden. Die Grenzen zwischen Social Media im Privaten und im Geschäftlichen verwischen zunehmens - was nicht unbedingt schlecht ist.

2005 beispielsweise habe ich Felix Schwenzel bei einem Blogtausch kennen gelernt. Er schreibt ebenfalls seit über zehn Jahren ins Internet. Als ich 2007 meine erste Elternzeit antrat, hat er meinen Job als Projektleiter übernommen und arbeitet seitdem bei EsPresto.

Der Umgang mit Social Media und die Rolle, die das web 2.0 für Unternehmen spielt, interessieren uns beide. Ich glaube, man kann zu recht behaupten, dass wir uns über die Jahre ein solides Wissen zu diesem Thema angeeignet haben - das glücklicherweise nicht nur auf theoretischen sondern vielmehr praktischen Kenntnissen beruht. Denn es gibt nicht umsonst den Spruch: "In der Theorie besteht kein Unterschied zwischen Theorie und Praxis, in der Praxis schon."

Wir freuen uns deswegen sehr, dass wir im vergangenen Jahr gemeinsam einen Workshop zu dem Thema bei einem unserer Kunden halten konnten. Inhaltlich befasste sich der Kick-Off Workshop zum einen mit der Frage, welche Sozialen Netzwerke eine Rolle für Unternehmen spielen. Des weiteren behandelten wir die Frage nach den Zielgruppen: Ist der etablierte Begriff der Zielgruppe noch angemessen und wenn nicht, welche Auswirkungen hat das auf die Kommunikation im web 2.0? Wir beleuchteten Erfolgsfaktoren und stellten einige Möglichkeiten zum Monitoring vor. Zum Abschluss gaben wir einen Ausblick auf eine mögliche Social Media Strategie. Auch der Umgang mit Fehlern - ein Thema das gerade aktueller denn je ist - spielte eine Rolle in unserem Workshop.

Gerne stellen wir Auszüge der Präsentation zum Thema Social Media für Unternehmen zur Verfügung und da uns der Workshop sehr viel Spaß gemacht hat und das Feedback sehr positiv war, freuen wir uns über weitere Interessenten.

Mittwoch, 15. Juni 2011

Wenn Programmiersprachen Schiffe wären …

Java wäre ein Containerschiff. Sehr wuchtig. Sehr unternehmer-isch. Kann grosse Mengen Fracht tragen. Trägt jedes Projekt. Macht nicht besonders viel Spass es zu fahren.

Perl ist ein Schlepper. Stark genug um Java mit 80 Zeichen (oder weniger) rum zu ziehen.

Ruby ist schwierig zu beschreiben. Es ist geschmeidig, sexy und es macht Spass es zu fahren. hier ein Foto. Auch sehr trendig.

PHP ist ein Bambusfloss. Eine Reihe von Hacks hält es mit ein paar Schnüren zusammen. Schwimmt trotz allem.

C ist ein nuklear angetriebenes U-Boot. Die Gebrauchsanleitung ist wahrscheinlich in irgendeiner Fremdsprache verfasst, dafür ist aber jede erdenkliche Hardware performance-optimiert.

HTML ist eigentlich gar keine Programmiersprache Schiff.

(Von hier geklaut, bzw. von dort übersetzt (/via))

Montag, 18. April 2011
Mittwoch, 13. April 2011

Felix Schwenzel wieder mittendrin statt nur dabei: re:publica 2011

Heute startet die 5. re:publica - die längst im Mainstream angekommene Konferenz über Blogs, soziale Medien und digitale Gesellschaft. Es ist eine der wichtigsten europäischen Konferenzen, die Größte ihrer Art in Deutschland - gewissermaßen das Klassentreffen der deutschen Internet-Szene - und findet bis 15. April im Herzen Berlins in den Locations FriedrichstadtPalast, der Kalkscheune und dem Quatsch Comedy Club statt.

Mit mehr als 260 Rednern in 163 Sessions wird über digitale Kultur, den Umgang mit dem Internet diskutiert und darüber, wie das Internet die Gesellschaft verändert. Das Themenspektrum - gezeichnet von einer ausgeprägten Vielfalt - reicht von Medien, Kunst, Kultur über Politik und Technik bis hin zu Entertainment.

Auch unser Kollege und Bloggerfreund Felix Schwenzel ist wieder mit von der Partie neben vielen namhaften Sprechern wie Mitchell Baker, Daniel Domscheit-Berg, Jakob Augstein, Sascha Lobo, Nilz Bokelberg, Don Dahlmann, Konstantin Neven DuMont, Alvar Freude, Anke Gröner und Richard Gutjahr (die Liste ist lang ...). Diesmal wird er über 10 Jahre Bloggeschichte in Deutschland & die Zukunft des Internets, der Welt und des ganzen Rests reden.

Das Publikum ist bunt - von Publizisten und Publizistinnen über Entwickler(innen), Manager(innen), Lehrkräfte, Wissenschaftler(innen) zu Schülern, Studis und Kulturbegeisterten - so wie sich die re:publica selbst versteht - als eine politische, kulturelle und sehr junge Veranstaltung, die mit einer einzigartigen, lockeren Atmosphäre daherkommt.

Wen's interessiert - hier gibts mehr Infos. Und wer nicht dabei sein kann - nen Live-Videostream gibts auch.

Mittwoch, 30. März 2011

Social Search

Meine alte These ist ja, dass Websites Nutzer und Nutz-orientiert zu bauen, die beste Suchmaschinenoptimierung ist. Mit anderen Worten, wenn eine Website es schafft Benutzer anzuziehen, weil sie interessant und nützlich ist oder Informationen aggregiert und kuratiert die man vielleicht auch anderswo findet, aber eben nicht so zielgruppenorientiert oder kompetent und konzentriert wie Anderswo — dann ist diese Website mit ziemlicher hoher Wahrscheinlichkeit auch für Suchmaschinen interessant. Zumindest wenn man die Website technisch einwandfrei gestaltet hat und beispielsweise auf Flash-only Gestaltung verzichtet und für eine gute Zugänglichkeit sorgt.

So schreibt Eric Horster im Usability Blog:

Unternehmen können also nicht mehr darauf bauen, dass sie durch hohe Investitionen im SEO Einfluss auf ihr Suchmaschinenranking nehmen können. Vielmehr muss es ihnen gelingen, direkt in Kontakt mit ihren Kunden zu treten, um die Marke dort präsent zu machen. Unternehmen brauchen Themen, über die sie sich am Markt positionieren können, damit man mit und über sie diskutieren kann.

Mit anderen Worten: Interessanz ist Suchmaschinenoptimierung. Je besser die Website, oder genauer, die Themen, die Inhalte der Website für die Benutzer ist, desto mehr reden die Benutzer darüber — und das messen Suchmaschinen (also Google). Eigentlich funktioniert Google im Prinzip ja immer schon in dieser Weise. Nur durch „Social Media“, also die Ausdrucksmöglichkeiten die jeder einzelne mit ein paar Klicks im Internet zur Verfügung hat, verschärft sich dieses Prinzip. So wird aus Interessanz nicht nur Suchmaschinenoptimierung, sondern gleichzeit auch Relevanz.

Und: durch Social Media wächst die Anzahl der Kanäle auf denen man präsent sein sollte. Auch hier greift wieder das Thema Zugänglichkeit, nur dass es mittlerweile nicht mehr ausreicht die eigene Website (technisch) optimal zu gestalten (und zugänglich zu machen), sondern dass man eben auch auf Drittseiten präsent sein sollte.

Es lohnt sich auf jeden Fall diesen Artikel von Sven Dietrich zu lesen, der das Thema noch von weiteren Seite ausleuchtet und über den ich auch auf den Eintrag im Usability Blog gestossen bin. Zwei klare Leseempfehlungen.

Samstag, 06. November 2010

EsPresto zusammen mit MINT Zukunft schaffen auf der „Forscha“

Zusammen mit unserem Partner „MINT Zukunft schaffen“ sind wir seit gestern (bis Sonntag) in München auf der „Forscha“. Hier kann man tatsächlich unsere SaaS-Wiki-Lösung anfassen und ansehen und ausprobieren (unsere Pressemitteilung dazu). „MINT Zukunft schaffen“ postet fleissig von hier in den MINT-Facebook-Kanal.


Auf der Messe gibts Spielzeug ohne Ende (das ist auch ein bisschen das Thema hier), was mir besonders gefallen hat, sind Holzklötzchen, die durch eine Korkschicht mit einer hohe Haftreibung versehen sind und die der Hersteller „Fricto“ nennt. Daraus kann man relativ beeindruckende Konstruktionen bauen (mehr Bilder beim Hersteller):

Neben Experimenten und Spielzeug und Spielen, gibts hier (gefühlt) ungefähr 12 Stände an denen man ferngesteuerte Hubschrauber in allen Größen sehen, ausprobieren und kaufen kann („Flyking“, „Gobelus“). Offensichtlich gab es in den letzten Jahren mehrere Durchbrüche bei der „Wie-stelle-ich-günstig-stabil-fliegende-Modell-Hubschrauber-in-Asien-her“-Forschung. Auch bei der Akku-Technologie gab es offenbar Fortschritte. Eben las ich an einem der Hubschrauber-Stände: „Fünf Minuten laden, 8 Minuten fliegen.“ Möglicherweise vermag ich den Drang so einen Hubschrauber zu kaufen nicht mehr lange zu widerstehen. Obwohl ich ja schon einen habe.


Bilder vom ersten Tag:



Bilder vom zweiten Tag:



Nachtrag 7. November 2010:
Bei genauerem Nachzählen ergab sich, dass es doch nur vier Stände auf der Forscha gibt, an denen man Modelhubschrauber kaufen kann. Erstaunlicherweise kann man für den Preis von vier, ebenfalls auf der Forscha verkauften, kleinen Styropor-Flugzeugen einen kleinen ferngesteuerten Hubschrauber kaufen.

Und jetzt folgen Bilder von Hubschrauber-Verkaufsständen:

Freitag, 24. September 2010

I ♥ HTML

Vor ein paar Tagen habe ich im Rahmen des Xinnovation E-Marketing-Forums einen kurzen Vortrag gehalten. Thema war „Was Miele-Waschmaschinen und HTML miteinander zu tun haben“. Die Hauptthese des Vortrags, die man aus dem Titel selbst mit Mühe nicht herauslesen kann, ist: Die Zukunft des Webs ist HTML (und nicht Apps oder Flash). Die zweite These die das ganze leider etwas weniger stringent macht lautet: HTML ist in Zeiten sich immer stärker ausprägender und diversifizierenden Plattformen auch immer noch furchtbar kompliziert.

Sehr inspirierend und empfehlenswert bei der Vorbereitung meines Vortrags war diese Präsentation von Bryan Rieger. Einige seiner Slides habe ich auch in meine Präsentation übernommen. Riegers These lautet stark gekürzt: Mobiles Internet wird immer wichtiger und es beschränkt sich nicht auf iPhones oder anderes teure Smartfones, sondern es werden auch de-facto extrem viele ältere Handys für das mobile Internet genutzt. Weil die Browser auf vielen dieser älteren Handys keine modernen Segnungen wie Media-Querys verstehen, stellt er mein lieblings-Paradigma „degrade with grace“ in Frage und propagiert „progressive enhancement“. Wer jetzt nur Bahnhof versteht, sollte sich die Präsentation einfach mal ansehen.

Was mich sehr freut und meine erste These mehr und mehr bestätigt, sind die kleinen Fortschritte weg von Flash und Apps die mir in letzter Zeit untergekommen sind. So erzählte Rodja Trappe von Hoccer, dass Hoccer nicht nur an nativen Datentausch-Applikationen arbeite, sondern auch an einem HTML5 Interface. Ebenso hat Xing in den letzten Tagen eine HTML5-Applikation vorgestellt, die das Verbinden von XING-Mitgliedern erlaubt, wenn sie sich in der Nähe befinden (Pressemitteilung dazu).

Anbei die Folien meiner Präsentation: Was-Miele-Waschmaschinen-und-HTML-miteinander-zu-tun-haben-100913.pdf

Montag, 26. Oktober 2009

Whitehouse.gov läuft jetzt auf Drupal

Tim O’Reilly meint, es sei ein grosser Schritt für die Open-Source-Bewegung, dass die Website des Weissen Hauses jetzt auf Drupal, bzw. komplett auf Open-Source-Produkten läuft: „That Drupal implementation is in turn running on a Red Hat Linux system with Apache, MySQL and the rest of the LAMP stack. Apache Solr is the new White House search engine.“ (weiterlesen)

In O’reillys Artikel werden einige spannende Aspekte dieser Konstellation beleuchtet, sehr lesenswert auch die Kommentare.

Seit Monaten versuchen wir tiefere Expertise und Erfahrungen mit Drupal zu sammeln. Ich glaube wir sollten jetzt wirklich ein erstes Projekt mit Drupal umsetzen.

Donnerstag, 17. September 2009

Wie Google funktioniert

Interessanter Artikel von Bob Cringley über die inneren Mechanismen bei Google. Laut Cringley, der seine Informationen von Ex-Google Mitarbeitern hat, basieren fast alle Entscheidungs-Prozesse bei Google auf „Peer Reviews“. Google könnte man also als so eine art Expertokratie bezeichnen. Große Teile der bekannten 20 % selbstbestimmter Zeit der Google-Mitarbeiter gehen übrigens für diese Peer Reviews und ähnliche organisatorische Arbeiten drauf.

Ausserdem können sich die Entwickler bei Google selbst entscheiden an welchen Projekten sie gerne mitarbeiten möchten. Projekte für die sich niemand interessiert bleiben liegen. Faszinierend:

There is no marketing input.

Effectively, there is no marketing.

Sehr lesenswert, via Marcel Weiss.

[Warum fällt mir gerade jetzt ein, dass ich unbedingt mal „Die Physiker“ lesen möchte?]

Montag, 14. September 2009

Vergessen Sie Suchmaschinenoptimierung — Optimieren Sie Ihre Website

Haben sie schonmal nach dem Wort „Suchmaschinenoptimierung“ (oder SEO) gesucht?

Das Ergebnis ist erstaunlich: nicht Suchmaschinenoptimierer, deren Hauptqualifikation darin liegt bei Google bei bestimmten Suchbegriffen ganz vorne zu liegen, steht an erster Stelle, sondern ein Artikel in der Wikipedia.

Das ist ein Hinweis darauf, dass meine These, die die Überschrift bereits andeutet, richtig sein könnte. Die These lautet:

Google Gute Suchmaschinen versuchen für den Benutzer relevante und interessante Ergebnisse zuerst anzuzeigen und nicht optimierte Webseiten.

SEO vs. Suchmaschinen

Es gibt seit 1996, seitdem die ersten Suchmaschinen aufkamen, einen Wettbewerb zwischen der Suchmaschinenbetreibern und der Suchmaschinenoptimierern. Die Suchmaschinen kämpfen seitdem um das Vertrauen der Benutzer die besten, relevantesten Suchergebnisse anzuzeigen und die Suchmaschinenoptimierer kämpften darum, ihre Seiten möglichst weit oben in den Suchergebnissen zu platzieren.

Eigentlich ein legitimer Wettbewerb, doch leider — und hier fängt das Problem an — ist Relevanz Ansichtssache. Webseitenbetreiber finden ihre eigene Webseite maximal relevant. Die Internetbenutzer sehen das anders.

Wir sind auch alle Suchmaschinenbenutzer, deshalb sind uns aus der Benutzerperspektive diese Forderungen selbstverständlich. Wir möchten nicht auf eine Webseite geleitet werden, die schlecht bedienbar ist, die uns nicht das bietet was wir suchen, die technische Anforderungen an unsere technische Ausstattung stellt, die wir nicht erfüllen können.

Googles Erfolg basiert darauf, dass Google unsere Vorlieben und unsere Bedürfnisse zu kennen scheint. Suchmaschinen waren nicht immer so.

1996: Altavista

1996 kam eine der ersten Suchmaschinen auf den Markt: Altavista. Altavista wurde damals sofort ein Erfolg. Es erfasste grosse Teile des damals bekannten Internet und lieferte schnelle und relevante Ergebnisse. Altavista hatte jedoch ein paar Schwächen, die von Suchmaschinenoptimierern schnell ausgenutzt wurden und die Suchergebnisse verfälschte.

So verliess sich Altavista auf das „Meta-Keyword“-Kennzeichen im HTML-Quellcode und die Häufigkeit von Keywords in den Webseiten-Texten. Das führte dazu, dass Webseitenbetreiber ihre Seiten mit den Stichworten zustopften, mit denen sie gefunden werden wollten. Ausserdem verkaufte Altavista Suchergebnisse, so dass nicht unbedingt die relevantesten Ergebnisse oben auftauchten, sondern, die für die am besten bezahlt wurde. Altavista verlor Vertrauen der Benutzer und hatte Probleme mit der Relevanz der Suchergebnisse.

1999: Google

Als 1999 Google auf den Markt kam, wurde es aus zwei Gründen schnell zum Marktführer:

  • Der Pagerank, eine Zauberformel die relevante Ergebnisse zuerst anzeigte
  • Die Neutralität der Suchergebnisse, denn Google verkaufte keine Suchergebnisse (Adwords wurde erst im Oktober 2000, Adsense im Juni 2003 eingeführt)
  • Die Größe des Index und die Schnelligkeit der Antworten

Google ist bis heute Marktführer, da Google die drei oben genannten Punkte kontinuierlich verbessert.

Das wichtigste Kapital von Google ist das Vertrauen der Benutzer in die Qualität der Suchergebnisse. Folglich ist die Erhaltung der Qualität der Suchergebnisse ist auch der Grund, warum Google allergisch auf Manipulation reagiert.

Google-Regel Nummer eins
Was dem Benutzer gefällt, landet weiter oben.
Das heisst, wenn eine Website interessante Inhalte bietet, gut zugänglich und benutzerfreundlich ist, ist sie bereits zu 50% suchmaschinenoptimiert.

Google-Regel Nummer zwei
Wer oben landen will, kann Werbung kaufen.
Wer kurzfristig (oder langfristig) die Aufmerksamkeit auf seine Seite lenken will, kauft Werbung. Die Aufmerksamkeit kann man nutzen, um die Besucher zu beobachten und die Webseite weiter optimieren,

Google-Regel Nummer drei
Wer manipuliert, wird abgestraft
Manipulationen und Suchmaschinen-Optimierungstricks helfen ihnen kurzfristig vielleicht nach oben zu kommen, langfristig ist es jedoch kontraproduktiv.

Google optimiert sich also ständig weiter um den menschlichen Vorlieben entgegen zu kommen.

Attraktivierung und Optimierung

Bleiben zwei Fragen:

  • Wie gestalte ich eine Website, dass sie für Benutzer attraktiv wird?
  • Welche technischen Maßnahmen kann ich flankierend einsetzen?

Die technischen Maßnahmen habe ich am Ende als Checkliste zusammengestellt und für die konzeptionelle und inhaltliche Gestaltung einer optimierten Website möchte ich eine Analogie hinzuziehen: Ikea

Ikea erfüllt die wichtigsten Anforderungen, die man auch an Webseiten stellen kann:

  1. Zugänglichkeit (accessessibility)
  2. Benutzerfreundlichkeit (usability)
  3. Attraktive Inhalte (interestingness)

Zugänglichkeit

Ikea ist mit dem Auto (fast) immer gut zu erreichen. Selbst die Bushaltestellen zeigen den Weg zu Ikea.
Für eine gute Website gilt das gleiche. Sie sollte mit allen Browsern und Geräten gut erreichbar sein und funktionieren, mit gängigen Browsern, ebenso wie mit mobilen Geräten.

Benutzerfreundlichkeit

Alle Ikeas sind weltweit gleich oder ähnlich aufgebaut. Die Kunden finden sich auf Anhieb zurecht, die Struktur, der Aufbau des Ladens ist leicht verständlich, es gibt gute Leitsysteme und für Leute die sich auskennen auch Abkürzungen.
Für Webseiten bedeutet das, dass sie den Gewohnheiten der Benutzer entgegenkommen sollten und leicht verständlich und bedienungsfreundlich sein sollten:

  • Keine experimentellen Navigationssysteme, an etablierte Webstandards halten
  • Klare Struktur, auf bewährte Bedienungskonzepte vertrauen. Je vertrauter die Bedienung ist, desto wohler fühlt sich der Benutzer
  • Der Besucher möchte geführt werden, alle Vorgänge sollte möglichst selbsterklärend sein. Wiederkehrende Benutzer können Abkürzungen nehmen und zum Beispiel auf zuvor gespeicherte Eingaben zurückgreifen
  • Eine übersichtliche Sitemap sollte nicht fehlen, weder für die Besucher, noch für die Suchmaschinen.

Attraktive Inhalte

Ikea bietet attraktive Produkte zu moderaten Preisen. Einkauf und Bezahlung, aber auch Serviceleistungen wie Rückgaben oder Lieferung sind unkompliziert und transparent. Ikea tut alles, damit ein Besuch bei Ikea so angenehm wie möglich ist, bietet einiges kostenlos an und schneidet alle Dienstleistungen auf die Zielgruppe zu (Kinderstühle, Babyessen, kostenlose „Refills“).
Eine Webseite die attraktive Inhalte bietet wird viel besucht und verlinkt. Günstige Angebote, nützliche Dienste, interessante Texte oder Bilder laden zum Besuch und zur Weiterempfehlung ein. Ein begleitendes Webblog, das die Inhalte erklärt oder thematisch relevante Neuigkeiten aufbereitet, kann die Glaubwürdigkeit unterstützen und Besucherströme auf die eigentliche Website lenken. Kostenlose Angebote könnten regelmässig Besucher anziehen oder Kompetenz demonstrieren.

Beispiele für attraktive Inhalte

  • Ikea Küchenplaner
  • Brutto-Netto Rechner
  • Boch Wasserwaage (Ein gutes Beispiel wie man es gut machen kann, nämlich einen attraktiven Inhalt zu bieten, der hundertfach Backlinks einbringt, dann aber auch ein negativ-Beispiel: die alte Downloadadresse funktioniert nicht mehr und der Rechner selbst funktioniert auf neuen Apple-Rechnern nicht mehr.)
  • chefkoch.de (Egal nach welchen Rezepten man sucht, fast immer ist chefkoch.de auf den vordersten oder ersten Plätzen. Das deutet einerseits darauf hin, dass man bei chefkoch.de technisch alles richtig gemacht hat, aber auch, dass die Seite wirklich attraktiv ist. Sie bietet tausende von Benutzern erstelle Rezepte, ist übersichtlich und recht Benutzerfreundlich.)

Nochmal die drei wichtigsten Punkte

  1. Zugänglichkeit (accessessibility) -> gut und einfach erreichbar, behindertengerecht, technisch perfekt, mobiles Internet
  2. Benutzer- und bedienungsfreundlichkeit (usability) -> bekannte Bedienelemente, verständlich, klar strukturiert
  3. Attraktive Inhalte (interestingness) -> günstig, informativ, verständlich

Checkliste Technik

Neben der inhaltlichen und konzeptionellen Optimierung, kann man aber trotzdem auch einiges auf der technischen Ebene optimieren. Hauptsächliches Augenmerk sollte man dabei auf folgende Aspekte legen:

  1. Dem Google-Bot keine Steine in den Weg legen und optimale Zugänglichkeit bieten. (Damit die Site auch komplett erfasst wird)
  2. Alle Seiten für die Anzeige in den Suchergebnissen optimieren (damit die Benutzer schon auf der Ergebnisseite sehen, um was es auf der Seite geht)
  3. Die Texte auf der Site schnell erfassbar, auf den Punkt und typografisch, bzw. semantisch korrekt verfassen (das ist Keywordoptimierung durch die Hintertür)

Einzelpunkte zu 1:

  • Navigation funktioniert auch ohne Plugins und Javascript
  • Mobile, vereinfachte Site anbieten
  • Flash und Javascript sinnvoll einsetzen
  • Sitemap für die Orientierung von Menschen und für Bots
  • Funktionierende dauerhafte Links zu allen Inhalten („Permalinks“)

Einzelpunkte zu 2:

  • Sinnvolle Seitentitel und Kurzbeschreibungen (auf allen Seiten)
  • Semantisch und technisch korrekte Auszeichnung (zum Beispiel Überschriften mit h1, h2 auszeichnen)
  • Alt-Auszeichnungen für alle Bilder, Noscript-Varianten anbieten

Einzelpunkte zu 3:

  • Keywordanalyse, Textoptimierung
  • Sprechende URLs, sprechende Bilddateinamen
  • Microformate anbieten, RSS, XML

Weitere Optimierungen:

  • Auflistung in Portalen, Anmeldung bei DMOZ, Google Branchencenter
  • In Blogs und Foren aktiv sein oder selbst anbieten
  • Links, Links, Links (aber auf die Nachbarschaft achten)
  • Monitoring: Bin ich findbar? Wie? Sind alle meine Seiten erfasst? Wenn nein, warum? Wer linkt?
  • Suchfunktion anbieten. Am besten eine die so gut funktioniert, wie die von Google.
  • Cool URLs never change. Wenn doch: Weiterleiten!
  • Doppelte Inhalte ausschliessen (manche Seiten, beispielsweise Übersichtsseiten, nicht erfassen lassen)

Donnerstag, 02. Juli 2009

Der langsame Tod von Flash

Auf meinen Flash-Blocker möchte ich um keinen Preis der Welt mehr verzichten. Ohne den Blocker geht meine CPU-Last innerhalb von Minuten in Richtung 90%, weil Flash als Werbeformat allgegenwärtig ist und zumindest auf meiner Plattform (OS X) unfassbar resourcenfressend programmiert wurde.

Ich nutze Flash eigentlich nur noch als Video-Player. Auf bunte, animierte Werbebanner, Blinken und Blitzen hier und da, kann ich gut verzichten und der Verzicht hält meinen Prozessor kühl.

Aber die Tage in denen Flash als Video-Player unverzichtbar war, neigen sich seit HTML5 dem Ende zu. Youtube zeigt bereits seit einiger Zeit eine HTML5 Demo, die ohne Flash auskommt (und mit mehr oder weniger allen neueren Browsern funktioniert).

Auf camendesign.com hat Kroc Camen mal den HTML5-Code zusammengestellt, der in modernen Browsern Videos ohne Plugin anzeigt und — falls das nicht unterstützt wird — auf Flash oder Quicktime-Plugins zurückfällt. [Zum Codec-Problem mit dem neuen video-Element hat Nico Brünjes ein paar Informationen zusammengestellt.]

Trotzdem: Ich höre das Flash-Totenglöckchen!

Samstag, 13. Juni 2009

Google-Wave

Vor einigen Tagen stellte Google ein neues Produkt namens „Wave“ vor. Von der Vorstellung auf Google Entwicklerkonferenz I/O gibt es ein andertalbstündiges Video.

Nachdem ich das Video gesehen hatte war ich ziemlich beeindruckt, hätte allerdings niemandem in weniger als andertalb Stunden erklären können was Google Wave eigentlich ist und zu was genau es nütze sein soll. Zumindest den ersten Teil, die Erklärung was es ist, hat mir freundlicherweise Gina Trapan (in weniger als 140 Zeichen!) abgenommen:

Q: Explain it in 140 characters, please. I'm still a bit in the shadow about what it DOES. -roxaloxa
A: Simplest terms: Google Wave is Gmail on crack. Imagine Gmail, Google Talk, and Google Docs in one big inbox.

Wozu Wave gut ist — oder wozu Crack gut ist — beantwortet die Antwort offensichtlich nicht. Nun gut, man ahnt es, man kann damit Dinge tun, die man mit E-Mail, Chat und online-Dokumenten tun kann. Und wenn man die Funktionalitäten von Google-Docs als Wiki-ähnlich auffasst, könnte es vielleicht in folgenden Stichworten beschrieben:

  • Kommunikation
  • Dokumentation
  • Wissensmanagment

Technisch beeindruckt Google Wave ungeheuer. Man sieht Dinge in einem Browser-Fenster, die man bislang für Science-Fiction, also für derzeit unmöglich umzusetzen, gehalten hat. Ähnlich wie das vor einigen Jahren mit Google-Maps war, die ich ehrlichgesagt bis heute für Zauberei halte. Auch wenn das Entwicklerteam von Google-Wave das gleiche wie das von Google-Maps ist, sehe ich einen entscheidenden Knackpunkt. Einem technischen Laien kann ich die Funktion und den Nutzen von Google-Maps in einem Atmenzug erklären. Selbst meine Großmutter kann Google-Maps bedienen: eine Adresse eingeben, Enter klicken — fertig (Wobei erfahrungsgemäss viele über sechzig-Jährige bereits vom Konzept der Enter-Taste überfordert sind). Meine Grossmutter oder meinen Eltern Google-Wave schmackhaft zu machen, kann ich mir derzeit nicht vorstellen.

Kurz: ich halte Google-Wave für eine grandiose Innovation, aber auch für eine zu komplexe, komplizierte Sache, als dass Sie ein Massenpublikum erreichen oder interessieren könnte. Meine Erfahrung zeigt, dass erfolgreiche Innovationen anfangs eher super-simpel sind und erst nach einigen Innovationszyklen kompliziert werden:

  • Fernseher, drei Programme, vier Bedienungselemente
  • Autos, drei Bedienungselemente
  • Telefon, ein Hörer, eine Wähl-Scheibe
  • World-Wide-Web, eine Eingabezeile
  • Twitter, 140 Zeichen

Selbst so etwas konzeptionell simples wie Chat überfordert bereits die meisten Menschen die ich kenne. Sie sind schlicht und ergreifend verwirrt von den vielen Informationen, Geräuschen und Reaktionen die ein einfacher Chat (oder schlimmer noch, Gruppenchat) auslöst.

Nichtsdestotrotz könnte Google-Wave unter Entwicklern und Technik-Freaks einen grandiosen Einstand feiern. Ich persönlich kann mir gut vorstellen mit den Features die Google-Wave bietet nützlich zu arbeiten, genauso, wie ich mir vorstellen kan, dass Google stark vereinfachte Spin-off-Produkte aus Wave ableitet. Warten wir also erstmal das Release ab und werfen zwei jahre danach nochmal einen Blick an dieser Stelle drauf. Ich wette, in zwei Jahren steht an dieser Stelle: Google-Wave wurde leider von Google eingestellt.

Montag, 26. Januar 2009

Steckdosenleiste mit Webserver

Jetzt noch in meiner Hand, demnächst in einem unserer Serverschränke: die wahrscheinlich teuerste Steckdosenleiste der Welt:

Wenn ich mich nicht irre kann man Steckdosenleisten mit 8 Steckplätzen bereits für 3-5 Euro bekommen, aber bei denen muss man beim steckerziehen auch die Hände benutzen. Wenn man dieser Steckdosenleiste eine IP-Adresse zugewiesen hat, kann man jeden einzelnen Stecker per Browser „herausziehen“. Und wenn man gerne möchte, dass man der einzige bleibt der die Stecker per Browser schaltet, sichert man die Verbindung zum Steckdosenleistenwebserver mit SSL. Kostet dann insgesamt so um die 1100 Euro.|

Mit einem Webserver der kein SSL beherrscht, bekommt man diese fernsteuerbaren Steckdosenleisten bereits ab knapp 400 Euro.