EsPresto.org

Donnerstag, 17. September 2009

Wie Google funktioniert

Interessanter Artikel von Bob Cringley über die inneren Mechanismen bei Google. Laut Cringley, der seine Informationen von Ex-Google Mitarbeitern hat, basieren fast alle Entscheidungs-Prozesse bei Google auf „Peer Reviews“. Google könnte man also als so eine art Expertokratie bezeichnen. Große Teile der bekannten 20 % selbstbestimmter Zeit der Google-Mitarbeiter gehen übrigens für diese Peer Reviews und ähnliche organisatorische Arbeiten drauf.

Ausserdem können sich die Entwickler bei Google selbst entscheiden an welchen Projekten sie gerne mitarbeiten möchten. Projekte für die sich niemand interessiert bleiben liegen. Faszinierend:

There is no marketing input.

Effectively, there is no marketing.

Sehr lesenswert, via Marcel Weiss.

[Warum fällt mir gerade jetzt ein, dass ich unbedingt mal „Die Physiker“ lesen möchte?]

Montag, 14. September 2009

Vergessen Sie Suchmaschinenoptimierung — Optimieren Sie Ihre Website

Haben sie schonmal nach dem Wort „Suchmaschinenoptimierung“ (oder SEO) gesucht?

Das Ergebnis ist erstaunlich: nicht Suchmaschinenoptimierer, deren Hauptqualifikation darin liegt bei Google bei bestimmten Suchbegriffen ganz vorne zu liegen, steht an erster Stelle, sondern ein Artikel in der Wikipedia.

Das ist ein Hinweis darauf, dass meine These, die die Überschrift bereits andeutet, richtig sein könnte. Die These lautet:

Google Gute Suchmaschinen versuchen für den Benutzer relevante und interessante Ergebnisse zuerst anzuzeigen und nicht optimierte Webseiten.

SEO vs. Suchmaschinen

Es gibt seit 1996, seitdem die ersten Suchmaschinen aufkamen, einen Wettbewerb zwischen der Suchmaschinenbetreibern und der Suchmaschinenoptimierern. Die Suchmaschinen kämpfen seitdem um das Vertrauen der Benutzer die besten, relevantesten Suchergebnisse anzuzeigen und die Suchmaschinenoptimierer kämpften darum, ihre Seiten möglichst weit oben in den Suchergebnissen zu platzieren.

Eigentlich ein legitimer Wettbewerb, doch leider — und hier fängt das Problem an — ist Relevanz Ansichtssache. Webseitenbetreiber finden ihre eigene Webseite maximal relevant. Die Internetbenutzer sehen das anders.

Wir sind auch alle Suchmaschinenbenutzer, deshalb sind uns aus der Benutzerperspektive diese Forderungen selbstverständlich. Wir möchten nicht auf eine Webseite geleitet werden, die schlecht bedienbar ist, die uns nicht das bietet was wir suchen, die technische Anforderungen an unsere technische Ausstattung stellt, die wir nicht erfüllen können.

Googles Erfolg basiert darauf, dass Google unsere Vorlieben und unsere Bedürfnisse zu kennen scheint. Suchmaschinen waren nicht immer so.

1996: Altavista

1996 kam eine der ersten Suchmaschinen auf den Markt: Altavista. Altavista wurde damals sofort ein Erfolg. Es erfasste grosse Teile des damals bekannten Internet und lieferte schnelle und relevante Ergebnisse. Altavista hatte jedoch ein paar Schwächen, die von Suchmaschinenoptimierern schnell ausgenutzt wurden und die Suchergebnisse verfälschte.

So verliess sich Altavista auf das „Meta-Keyword“-Kennzeichen im HTML-Quellcode und die Häufigkeit von Keywords in den Webseiten-Texten. Das führte dazu, dass Webseitenbetreiber ihre Seiten mit den Stichworten zustopften, mit denen sie gefunden werden wollten. Ausserdem verkaufte Altavista Suchergebnisse, so dass nicht unbedingt die relevantesten Ergebnisse oben auftauchten, sondern, die für die am besten bezahlt wurde. Altavista verlor Vertrauen der Benutzer und hatte Probleme mit der Relevanz der Suchergebnisse.

1999: Google

Als 1999 Google auf den Markt kam, wurde es aus zwei Gründen schnell zum Marktführer:

  • Der Pagerank, eine Zauberformel die relevante Ergebnisse zuerst anzeigte
  • Die Neutralität der Suchergebnisse, denn Google verkaufte keine Suchergebnisse (Adwords wurde erst im Oktober 2000, Adsense im Juni 2003 eingeführt)
  • Die Größe des Index und die Schnelligkeit der Antworten

Google ist bis heute Marktführer, da Google die drei oben genannten Punkte kontinuierlich verbessert.

Das wichtigste Kapital von Google ist das Vertrauen der Benutzer in die Qualität der Suchergebnisse. Folglich ist die Erhaltung der Qualität der Suchergebnisse ist auch der Grund, warum Google allergisch auf Manipulation reagiert.

Google-Regel Nummer eins
Was dem Benutzer gefällt, landet weiter oben.
Das heisst, wenn eine Website interessante Inhalte bietet, gut zugänglich und benutzerfreundlich ist, ist sie bereits zu 50% suchmaschinenoptimiert.

Google-Regel Nummer zwei
Wer oben landen will, kann Werbung kaufen.
Wer kurzfristig (oder langfristig) die Aufmerksamkeit auf seine Seite lenken will, kauft Werbung. Die Aufmerksamkeit kann man nutzen, um die Besucher zu beobachten und die Webseite weiter optimieren,

Google-Regel Nummer drei
Wer manipuliert, wird abgestraft
Manipulationen und Suchmaschinen-Optimierungstricks helfen ihnen kurzfristig vielleicht nach oben zu kommen, langfristig ist es jedoch kontraproduktiv.

Google optimiert sich also ständig weiter um den menschlichen Vorlieben entgegen zu kommen.

Attraktivierung und Optimierung

Bleiben zwei Fragen:

  • Wie gestalte ich eine Website, dass sie für Benutzer attraktiv wird?
  • Welche technischen Maßnahmen kann ich flankierend einsetzen?

Die technischen Maßnahmen habe ich am Ende als Checkliste zusammengestellt und für die konzeptionelle und inhaltliche Gestaltung einer optimierten Website möchte ich eine Analogie hinzuziehen: Ikea

Ikea erfüllt die wichtigsten Anforderungen, die man auch an Webseiten stellen kann:

  1. Zugänglichkeit (accessessibility)
  2. Benutzerfreundlichkeit (usability)
  3. Attraktive Inhalte (interestingness)

Zugänglichkeit

Ikea ist mit dem Auto (fast) immer gut zu erreichen. Selbst die Bushaltestellen zeigen den Weg zu Ikea.
Für eine gute Website gilt das gleiche. Sie sollte mit allen Browsern und Geräten gut erreichbar sein und funktionieren, mit gängigen Browsern, ebenso wie mit mobilen Geräten.

Benutzerfreundlichkeit

Alle Ikeas sind weltweit gleich oder ähnlich aufgebaut. Die Kunden finden sich auf Anhieb zurecht, die Struktur, der Aufbau des Ladens ist leicht verständlich, es gibt gute Leitsysteme und für Leute die sich auskennen auch Abkürzungen.
Für Webseiten bedeutet das, dass sie den Gewohnheiten der Benutzer entgegenkommen sollten und leicht verständlich und bedienungsfreundlich sein sollten:

  • Keine experimentellen Navigationssysteme, an etablierte Webstandards halten
  • Klare Struktur, auf bewährte Bedienungskonzepte vertrauen. Je vertrauter die Bedienung ist, desto wohler fühlt sich der Benutzer
  • Der Besucher möchte geführt werden, alle Vorgänge sollte möglichst selbsterklärend sein. Wiederkehrende Benutzer können Abkürzungen nehmen und zum Beispiel auf zuvor gespeicherte Eingaben zurückgreifen
  • Eine übersichtliche Sitemap sollte nicht fehlen, weder für die Besucher, noch für die Suchmaschinen.

Attraktive Inhalte

Ikea bietet attraktive Produkte zu moderaten Preisen. Einkauf und Bezahlung, aber auch Serviceleistungen wie Rückgaben oder Lieferung sind unkompliziert und transparent. Ikea tut alles, damit ein Besuch bei Ikea so angenehm wie möglich ist, bietet einiges kostenlos an und schneidet alle Dienstleistungen auf die Zielgruppe zu (Kinderstühle, Babyessen, kostenlose „Refills“).
Eine Webseite die attraktive Inhalte bietet wird viel besucht und verlinkt. Günstige Angebote, nützliche Dienste, interessante Texte oder Bilder laden zum Besuch und zur Weiterempfehlung ein. Ein begleitendes Webblog, das die Inhalte erklärt oder thematisch relevante Neuigkeiten aufbereitet, kann die Glaubwürdigkeit unterstützen und Besucherströme auf die eigentliche Website lenken. Kostenlose Angebote könnten regelmässig Besucher anziehen oder Kompetenz demonstrieren.

Beispiele für attraktive Inhalte

  • Ikea Küchenplaner
  • Brutto-Netto Rechner
  • Boch Wasserwaage (Ein gutes Beispiel wie man es gut machen kann, nämlich einen attraktiven Inhalt zu bieten, der hundertfach Backlinks einbringt, dann aber auch ein negativ-Beispiel: die alte Downloadadresse funktioniert nicht mehr und der Rechner selbst funktioniert auf neuen Apple-Rechnern nicht mehr.)
  • chefkoch.de (Egal nach welchen Rezepten man sucht, fast immer ist chefkoch.de auf den vordersten oder ersten Plätzen. Das deutet einerseits darauf hin, dass man bei chefkoch.de technisch alles richtig gemacht hat, aber auch, dass die Seite wirklich attraktiv ist. Sie bietet tausende von Benutzern erstelle Rezepte, ist übersichtlich und recht Benutzerfreundlich.)

Nochmal die drei wichtigsten Punkte

  1. Zugänglichkeit (accessessibility) -> gut und einfach erreichbar, behindertengerecht, technisch perfekt, mobiles Internet
  2. Benutzer- und bedienungsfreundlichkeit (usability) -> bekannte Bedienelemente, verständlich, klar strukturiert
  3. Attraktive Inhalte (interestingness) -> günstig, informativ, verständlich

Checkliste Technik

Neben der inhaltlichen und konzeptionellen Optimierung, kann man aber trotzdem auch einiges auf der technischen Ebene optimieren. Hauptsächliches Augenmerk sollte man dabei auf folgende Aspekte legen:

  1. Dem Google-Bot keine Steine in den Weg legen und optimale Zugänglichkeit bieten. (Damit die Site auch komplett erfasst wird)
  2. Alle Seiten für die Anzeige in den Suchergebnissen optimieren (damit die Benutzer schon auf der Ergebnisseite sehen, um was es auf der Seite geht)
  3. Die Texte auf der Site schnell erfassbar, auf den Punkt und typografisch, bzw. semantisch korrekt verfassen (das ist Keywordoptimierung durch die Hintertür)

Einzelpunkte zu 1:

  • Navigation funktioniert auch ohne Plugins und Javascript
  • Mobile, vereinfachte Site anbieten
  • Flash und Javascript sinnvoll einsetzen
  • Sitemap für die Orientierung von Menschen und für Bots
  • Funktionierende dauerhafte Links zu allen Inhalten („Permalinks“)

Einzelpunkte zu 2:

  • Sinnvolle Seitentitel und Kurzbeschreibungen (auf allen Seiten)
  • Semantisch und technisch korrekte Auszeichnung (zum Beispiel Überschriften mit h1, h2 auszeichnen)
  • Alt-Auszeichnungen für alle Bilder, Noscript-Varianten anbieten

Einzelpunkte zu 3:

  • Keywordanalyse, Textoptimierung
  • Sprechende URLs, sprechende Bilddateinamen
  • Microformate anbieten, RSS, XML

Weitere Optimierungen:

  • Auflistung in Portalen, Anmeldung bei DMOZ, Google Branchencenter
  • In Blogs und Foren aktiv sein oder selbst anbieten
  • Links, Links, Links (aber auf die Nachbarschaft achten)
  • Monitoring: Bin ich findbar? Wie? Sind alle meine Seiten erfasst? Wenn nein, warum? Wer linkt?
  • Suchfunktion anbieten. Am besten eine die so gut funktioniert, wie die von Google.
  • Cool URLs never change. Wenn doch: Weiterleiten!
  • Doppelte Inhalte ausschliessen (manche Seiten, beispielsweise Übersichtsseiten, nicht erfassen lassen)

Dienstag, 01. September 2009

Happy birthday Internet!

Das Internet wird 40, sieht noch aus wie 20 und befindet sich derzeit in der Krise.
Das Internet geht aus dem 1969 entstandenen ARPANET hervor und hat sich bis in die 90er entwickelt, bis es letztendlich für eine breitere Masse interessant wurde. Ein Leben ohne Internet ist für viele undenkbar geworden.
Während das Internet nun immer mehr Altersgruppen erschließt (vgl. ARD/ZDF-Online Studie 2009), erfährt es auch immer mehr Beschränkungen (via Felix Schwenzel).
Einen schönen Gesamtüberblick über die Entwicklung des Internet bietet der Artikel "Das Internet wird 40" in der Netzzeitung.

Dienstag, 11. August 2009

ARD/ZDF-Onlinestudie 2009

Bereits Ende Mai 2009 veröffentlicht - dafür aber nicht weniger interessant: die ARD/ZDF-Onlinestudie 2009
Nicht ganz so überraschend die Ergebnisse. Das Internet wird mehr genutzt als in den Vorjahren und das Abrufen multimedialer Inhalte wie Videos, Musikdateien, Podcasts und Radiosendungen hat zugenommen. Belustigend weiterhin die Kurve "Internetnutzung im Tagesverlauf", die nahe legt, dass die arbeitende Bevölkerung an den Arbeitsplatz kommt, ein wenig arbeitet und dann bis zur Mittagspause surft. Nach der Arbeit steigt die Kurve wieder rapide an. Wahrscheinlich weil einige ebay-Auktionen ablaufen...
Erfreulich die Entwicklung der Onlinenutzung nach Altersstufen, die zeigt, dass das Internet schon lange nicht mehr ausschließlich von den Altersstufen 20 bis 40 - sondern sowohl von den viel jüngeren (14-19 Jahre) als auch den viel älteren (60+) genutzt wird.

Donnerstag, 09. Juli 2009

Telemedial, multimedial, webaffin, web 2.0?

Meine vorherigen Arbeitgeber waren Großkonzerne, in denen es nicht selbstverständlich war Internetanschluss zu haben. Das Mailfach war auf 2 MB begrenzt und der Weg bei Fragen zum Admin lang.
Mit meinem Wechsel zu EsPresto vor 3,5 Jahren hat sich einiges an meiner Arbeitsweise geändert. Die EsPresto AG hat eine offene Firmenkultur, bei der Anregungen aller Mitarbeiter zu allen Themen jederzeit gerne gehört und aufgenommen werden. Zu dieser Firmenkultur passt es auch andere, meinem Empfinden nach, viel effizientere Arbeitsmittel einzusetzen. Dazu gehören für mich unser Chat, unser TagIt und v.a. unser internes Wiki, welches wir als internen Wissensspeicher benutzen. Arbeit ohne Internetanschluss ist undenkbar geworden.

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Montag, 06. Juli 2009

Rezept "Französischer Kräutertraum" kleine Teigpäckchen vom Firmenlauf

Auf Wunsch hier das Rezept von den kleinen Teigpäckchen beim Firmenlauf, die sich "Französischer Kräutertraum" nennen und wirklich auch was für "Küchenfaule" sind, da sie blitzschnell gehen.

Zutaten: 1 fertiger Pizzateig (Kühlregal)
1 Becher Frischkäse französische Kräuter
1 Paprika
150 g Kochschinken

Man nehme den Pizzateig und teile ihn in 12 kleine Quadrate. Der Kochschinken und die Paprika werden in kleine Stücke geschnitten und in einer Schüssel mit den Frischkäse vermischt. In kleinen Portionen auf die 12 Pizzaquadrate geben und die Ecken jeweils über kreuz zusammenlegen, sodass kleine Päckchen entstehen. Diese dann einfach für 10-15 Minuten in den Ofen und fertig! Man kann das ganze natürlich mit unterschiedlichen Frischkäsesorten variieren oder auch mit Käse überbacken.

Freitag, 03. Juli 2009

Nummer 4470, Altersklasse: Senioren M30

Heute war es so weit, dass regelmäßige Trainieren am Kaffeeautomaten sollte sich bewähren. Um 19:20 Uhr fiel der Startschuss für die Läufer. Es dauerte dann knapp 8 Minuten bis wir zur Startlinie kamen. Durch Transponder in den Nummernschildern wurde für jeden Läufer eine eigene Zeit genommen.

Danach verlief es ungefähr so: Sonne, Asphalt, Amway im Weg, Achtung Kurve rechts, Pfützen, Asphalt, Sonne, Amway im Weg, Schweiss im Auge, Plastebecher, Trommeln, Schweis im Ohr, oh Gott erst 2km?, Weiterlaufen, ah Denis ist hinter mir, mal sehn ob ich ihn abhängen kann, schliesslich hat er gar nicht trainiert, Mist er bleibt dran, warum ist das Ziel noch so weit weg?, gemeinsam ins Ziel, schnell WASSER!, ah ein Erdinger Stand, hm alkoholfrei, na macht nix, her damit.

Die Zahlen:
6km
00:31:39
Gesamtplatz 1954
Altersklasse Senioren M30
Ak-Platz: 324

Danach gab es eine tolle Verpflegung mit Schnitzeln, Hackfleichbällchen, Pastetchen, herzhaften Muffins und einem richtig erfrischenden Melonensalat. Danke Mandy!

Es hat wirklich großen Spaß gemacht. In der Euphorie danach wurde gleich mal festgelegt, dass wir nächstes Jahr versuchen sowohl am Staffellauf als auch am Firmenlauf teilzunehmen.

Donnerstag, 02. Juli 2009

Besuch des LinuxTag 2009 - Fortsetzung "Car-2-X"

Von den ersten beiden Vorträgen habe ich bereits letzte Woche berichtet: http://www.espresto.org/blog/public/entry/besuch_des_linuxtag_2009

Die folgende Pause von 13:00 - 15:00 Uhr, ohne Vorträge - abgesehen von den Keynotes - nutzte ich um mich an den Ständen umzuschauen:

Das Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme stellte Car-2-X in einer besonderen Ausprägung vor. 2 Car-2-X Einbaugeräte stellten beispielhaft je ein Fahrzeug dar: Eines ein Polizeifahrzeug und das andere einen normalen PKW. Beim PKW wurde auf dem Display dargestellt aus welcher Richtung der Polizeiwagen sich mit Blaulicht nähert. Die Geräte sind untereinander per Funk verbunden. (In Europa sind die Frequenzbänder zwischen 5.845 und 5.925 Megahertz festgelegt, um Autos die Kommunikation untereinander und Anwendungen wie Internet im Auto zu ermöglichen.)

Mit diesen Geräten können nun verschiedene Szenarien umgesetzt werden:

  • der Fahrer wird informiert und kann selbst handeln
  • der PKW wird automatisch gesteuert, z.b. gebremst

Die Car-2-Car Kommunikation finde ich unheimlich spannend, allerdings hatte ich am Stand ein paar Fragen:

Frage: Sind die Geräte schon einsatzfähig oder ist das alles Forschungsarbeit?
Antwort: Die grundlegenden Protokolle und Übertragungswege sind lange Zeit festgelegt und haben in diversen Testprojekten funktioniert. Die Geräte sind nicht Serie.

Frage: Wie werden denn gefälschte Nachrichten erkannt oder verhindert?
Antwort: Alles basiert auf signierten Nachrichten und jedes Gerät hat ein eigenes Zertifikat.

Frage: Das heißt die Geräte und damit die Fahrer sind überall eindeutig identifizierbar?
Antwort: Prinzipiell schon, es gibt aber Techniken, z.B. mit mehreren Zertifikaten, die zufällig genutzt werden, wenigstens etwas Privatsphäre zu erhalten.

Frage: Wie funktioniert das mit zurückgezogenen Zertifikaten, z.B. wenn ein Gerät abhanden kommt. Prüfen die empfangenen Geräte die Gültigkeit der Zertifikate.
Antwort: Nein, dafür müsste jedes Gerät bei der CA nachfragen ob denn das Zertifikat noch gültig ist - aber eigentlich müsste das gemacht werden.

(Die meisten Browser prüfen in der Standardeinstellung übrigens auch nicht ob ein Zertifikat noch gültig ist.)

Frage: Ist die Technik schon so ausgelegt, dass ich z.B. als Tourist mit meinem Auto im Ausland auch Nachrichten von den dortigen Systemen (z.B. Polizeiwagen) empfangen kann?
Antwort: Dafür müssten die Zertifizierungsstellen der Länder sich gegenseitig vertrauen bzw. eine übergeordnete Zertifizierungsstelle beauftragt werden. Das wird sicher noch eine Weile dauern.

Frage: Ohne diese Sicherheitsfunktionen wird es doch kaum möglich sein diese Technik einzuführen, oder?
Antwort: Das kann noch 6-8 Jahre dauern bis diese Technik serienreif ist.

Für Interessierte noch ein paar Links:

Der langsame Tod von Flash

Auf meinen Flash-Blocker möchte ich um keinen Preis der Welt mehr verzichten. Ohne den Blocker geht meine CPU-Last innerhalb von Minuten in Richtung 90%, weil Flash als Werbeformat allgegenwärtig ist und zumindest auf meiner Plattform (OS X) unfassbar resourcenfressend programmiert wurde.

Ich nutze Flash eigentlich nur noch als Video-Player. Auf bunte, animierte Werbebanner, Blinken und Blitzen hier und da, kann ich gut verzichten und der Verzicht hält meinen Prozessor kühl.

Aber die Tage in denen Flash als Video-Player unverzichtbar war, neigen sich seit HTML5 dem Ende zu. Youtube zeigt bereits seit einiger Zeit eine HTML5 Demo, die ohne Flash auskommt (und mit mehr oder weniger allen neueren Browsern funktioniert).

Auf camendesign.com hat Kroc Camen mal den HTML5-Code zusammengestellt, der in modernen Browsern Videos ohne Plugin anzeigt und — falls das nicht unterstützt wird — auf Flash oder Quicktime-Plugins zurückfällt. [Zum Codec-Problem mit dem neuen video-Element hat Nico Brünjes ein paar Informationen zusammengestellt.]

Trotzdem: Ich höre das Flash-Totenglöckchen!

Freitag, 26. Juni 2009

Besuch des LinuxTag 2009

Am Donnerstag, den 25.06.2009 habe ich den LinuxTag 2009 und die IT-Profits besucht.

Etwas spät nahm ich in der ganz letzten Reihe beim Vortrag von Thorsten Frueauf Hochverfügbarkeit mit minimalem Cluster Platz. Seine Erläuterungen zu Grundlagen war nicht neu für mich, so dass ich Zeit hatte mein geborgtes Netbook mit Windows XP einzurichten. Ja, Windows XP, und ich schäme mich wirklich dafür, aber es war kein anderes Netbook/Notebook zur Hand. Immerhin hatte ich vorher daran gedacht mir die nötige WLAN-Sicherheitsausrüstung für Konferenzen vorzubereiten.

Meine Versuche Tweets loszuwerden konterte das identi.ca Webinterface leider abwechselnd mit 400er oder 500er Fehlermeldungen, so dass ich auf Twitter #linuxtag auswich.

Aber zurück zum Vortrag von Thorsten Frueauf: Gut besucht und mit praktischer Demo eines kleinen HA-Clusters bestehend aus Laptop mit OpenSolaris 2009.06 auf dem Virtualbox nochmal mit OpenSolaris 2009.06 lief. Er erwähnte besonders die neuen Netzwerk-Virtualisierungsfunktionen der OpenSolaris 2009.06 Version. Zum Abschluss wurde ein Fehlerfall, ein dreimaliger Ausfall des Apaches in kurzem Zeitraum, beispielhaft ausgelöst durch pkill httpd, vorgeführt. Wie erwartet wurde automatisch zum anderen Node gewechselt.

Der nächste Vortrag Linux-based High Performance Computing - Reloaded von Daniel Kobras enthielt eine Tortengrafik zu Verteilung der Software die in den meisten Top500 High Performance Computing Systemen steckt. Linux-basierte Systeme waren dort mit fast 90% verzeichnet. Das fand ich echt beeindruckend. Die nächste Zahl die mich beeindruckte war der Kaufpreis der Cray-I 1977: 7,9 Millionen US$. Wie überall wird viel Arbeit in die Verringerung des Energieverbrauchs gesteckt. Aus der Praxis erläuterte er die Verwendung von IPMI Shutdown und Start um unausgelastete Systeme zeitweise komplett auszuschalten.

Fortsetzung folgt.


Impressionen:
25062009(003) 25062009(006) 25062009(001)

Samstag, 13. Juni 2009

Google-Wave

Vor einigen Tagen stellte Google ein neues Produkt namens „Wave“ vor. Von der Vorstellung auf Google Entwicklerkonferenz I/O gibt es ein andertalbstündiges Video.

Nachdem ich das Video gesehen hatte war ich ziemlich beeindruckt, hätte allerdings niemandem in weniger als andertalb Stunden erklären können was Google Wave eigentlich ist und zu was genau es nütze sein soll. Zumindest den ersten Teil, die Erklärung was es ist, hat mir freundlicherweise Gina Trapan (in weniger als 140 Zeichen!) abgenommen:

Q: Explain it in 140 characters, please. I'm still a bit in the shadow about what it DOES. -roxaloxa
A: Simplest terms: Google Wave is Gmail on crack. Imagine Gmail, Google Talk, and Google Docs in one big inbox.

Wozu Wave gut ist — oder wozu Crack gut ist — beantwortet die Antwort offensichtlich nicht. Nun gut, man ahnt es, man kann damit Dinge tun, die man mit E-Mail, Chat und online-Dokumenten tun kann. Und wenn man die Funktionalitäten von Google-Docs als Wiki-ähnlich auffasst, könnte es vielleicht in folgenden Stichworten beschrieben:

  • Kommunikation
  • Dokumentation
  • Wissensmanagment

Technisch beeindruckt Google Wave ungeheuer. Man sieht Dinge in einem Browser-Fenster, die man bislang für Science-Fiction, also für derzeit unmöglich umzusetzen, gehalten hat. Ähnlich wie das vor einigen Jahren mit Google-Maps war, die ich ehrlichgesagt bis heute für Zauberei halte. Auch wenn das Entwicklerteam von Google-Wave das gleiche wie das von Google-Maps ist, sehe ich einen entscheidenden Knackpunkt. Einem technischen Laien kann ich die Funktion und den Nutzen von Google-Maps in einem Atmenzug erklären. Selbst meine Großmutter kann Google-Maps bedienen: eine Adresse eingeben, Enter klicken — fertig (Wobei erfahrungsgemäss viele über sechzig-Jährige bereits vom Konzept der Enter-Taste überfordert sind). Meine Grossmutter oder meinen Eltern Google-Wave schmackhaft zu machen, kann ich mir derzeit nicht vorstellen.

Kurz: ich halte Google-Wave für eine grandiose Innovation, aber auch für eine zu komplexe, komplizierte Sache, als dass Sie ein Massenpublikum erreichen oder interessieren könnte. Meine Erfahrung zeigt, dass erfolgreiche Innovationen anfangs eher super-simpel sind und erst nach einigen Innovationszyklen kompliziert werden:

  • Fernseher, drei Programme, vier Bedienungselemente
  • Autos, drei Bedienungselemente
  • Telefon, ein Hörer, eine Wähl-Scheibe
  • World-Wide-Web, eine Eingabezeile
  • Twitter, 140 Zeichen

Selbst so etwas konzeptionell simples wie Chat überfordert bereits die meisten Menschen die ich kenne. Sie sind schlicht und ergreifend verwirrt von den vielen Informationen, Geräuschen und Reaktionen die ein einfacher Chat (oder schlimmer noch, Gruppenchat) auslöst.

Nichtsdestotrotz könnte Google-Wave unter Entwicklern und Technik-Freaks einen grandiosen Einstand feiern. Ich persönlich kann mir gut vorstellen mit den Features die Google-Wave bietet nützlich zu arbeiten, genauso, wie ich mir vorstellen kan, dass Google stark vereinfachte Spin-off-Produkte aus Wave ableitet. Warten wir also erstmal das Release ab und werfen zwei jahre danach nochmal einen Blick an dieser Stelle drauf. Ich wette, in zwei Jahren steht an dieser Stelle: Google-Wave wurde leider von Google eingestellt.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Freikarten für die IT Profits 2009

EsPresto ist dieses Jahr an beiden Tagen auf der IT Profits, der Fachmesse für IT, Internet und Kommunikation vom 24.06 - 25.06.2009 im ICC vertreten.
Interessenten mailen uns bitte Namen und Postanschrift an ITP09@espresto.com und erhalten - solange der Vorrat reicht - eine Freikarte. Mit dem Bestellen der Freikarte sind keinerlei Verpflichtungen verbunden - über ein Kennen lernen würden wir uns natürlich freuen!

Mehr Details entnehmen Sie bitte unserer Pressemitteilung

Mittwoch, 10. Juni 2009

Computer sind gefährlich ...

... besonders die Hardware:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30483/1.html

Zwischen den üblichen diversen Weltuntergangszenarien mal ein anregender Artikel über die wahren Gefahren der Computerei:

"""
Die allermeisten dieser Unfälle ereigneten sich übrigens daheim - und zwar in 58,5 Prozent der Fälle während des Umhertragens von Computern. Lassen Sie Ihren Rechner also besser stehen, wo er ist.
"""

Ich hoffe, unsere Admins verlangen jetzt keine Gefahrenszulage, wenn sie sich den Serverraum nähern ...

Donnerstag, 23. April 2009

Äpfel mit Äpfeln vergleichen

Wird eine Website erstellt, entscheidet meist der Auftraggeber wie sie aussehen soll. Dabei sind in der Regel Auftraggeber und Zielgruppe nicht identisch. Ob die Website den Geschmack der Zielgruppe trifft, ist folglich fraglich. Große Unternehmen können es sich leisten Marktforschungsinstitute zu beauftragen, um Vorlieben und Abneigungen der Zielgruppe in Erfahrung zu bringen. Für kleine und mittelständische Unternehmen stellt diese Vorgehensweise aus Kostengründen eine Hürde dar.

Abhilfe kann mit einem einfachen A/B-Test geschaffen werden.

[Mehr ...]

Montag, 06. April 2009

Wikia Search wird eingestellt

Zum 31.3.2009 wird die erst Anfang 2008 gelaunchte Suche WikiaSearch eingestellt. Das gab Jimmy Wales vergangene Woche bekannt. Der Vorsatz Google Konkurrenz zu machen, ist wohl, wie bereits vermutet ein allzu ehrgeiziges Ziel.
Mit nur 10.000 Visitors im Monat, kann man WikiaSeach, gemessen an anderen erfolgreichen Projekten wie z.B. Wikia mit rund 30 Millionen Besuchern im Monat, nur als Flop bezeichnen.